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"ARTIKEL 2 DES GRUNDGESETZES" - Kunstprojekt für die stadt dreieich

2017 widmen sich die Kunsttage Dreieich dem 40 jährigen Jubiläum der Stadt Dreieich. Am 01.01.1977 wurden Offenthal, Götzenhain, Dreieichenhain, Sprendlingen und Buchschlag zur Stadt Dreieich
zusammengelegt.

Tanja Hoffmann beteiligt sich an den Kunsttagen Dreieich und bespielt während der Veranstaltung „Kunst in der Burg“ vom 03.07.2017 bis zum 20.08.2017 den Burgweiher und dessen Ufer.

Sie plant die Installation „Artikel 2 des Grundgesetzes“ bestehend aus vier, bzw. sechs goldfarbenen Nymphen auf der Wasseroberfläche des See und an dessen Ufer zu positionieren und sie nachts zu beleuchten.

 

Die Legende

Im Alter von vierzig Jahren heiratete Karl der Große die Adelige Frastrada und machte sie zu seiner vierten Ehefrau. Eines seiner liebsten Jagdgebiete war der Bannforst um die heutige Burg in Dreieich. Dort lebte Frastada. Trotz ihrer dämonischen Schönheit und der damit verbundenen Macht über Karl, zog es ihn immer wieder zu anderen Frauen. Um sich seine Gunst und Liebe auf immer zu sichern und ihn an sein liebstes Jagdrevier zu binden, warf sie einen Ring, der Karl mit Zauberkräften anzog, in den Burgweiher.

 

Die Projektidee

Tanja Hoffmann entschied sich bei der Konzeption ihres Kunstwerkes aus zwei Gründen für die Nymphen. Äußerlich gleichen die jungen, dem Kindsein gerade entwachsenen Frauen, dem Typ Frau, den Karl so liebte und auch ehelichte. Zum anderen sind Nymphen Halbgöttinnen und symbolisieren die Freiheit. Als wohltätige Geister schweifen sie in der Natur frei und unabhängig umher und stehen den Menschen hilfreich zur Seite. Leben sie fast bis zur Unsterblichkeit, bedeutet ihr Tod meist auch den Tod dessen, was sie auf Erden verkörpern, wie zum Beispiel das Versiegen einer Quelle. Frastrada nahm Karl aus Eifersucht die Freiheit und trieb ihn, der Sage nach, aus Gier und Macht gegen die Sachsen, gegen die Karl, ganz gegen seine gewohnte Milde, so grausam vorging, dass man vom Blutgericht von Verden an der Aller spricht.

Tanja Hoffmann baut mit ihrer Installation eine Brücke zur heutigen Zeit. Als Symbole der Freiheit stehen Nymphen für ein freies, selbstbestimmtes Leben. Menschen sollten nicht durch Zwang an einen Ort gebunden werden, sollten das Recht auf geistige Freiheit und freie Meinungsäußerung haben. Rufen wir uns in Erinnerung, dass der Tod einer Nymphe auch immer den Tod dessen bedeutet, für das sie steht, wird deutlich, wie wichtig der Erhalt der Freiheit ist. Politische Konstellationen, Machthunger, Gier und Selbstübersteigerung Einzelner bringen schnell in Gefahr, was unser höchstes Gut ist…. unser Leben und unsere Freiheit.

Durch den Titel der Installation „Artikel 2 des Grundgesetzes“ schafft sie für den Betrachter eine gewisse Widersprüchlichkeit, die ihn zum einen zum Nachdenken anregen soll, zum anderen eine Auseinandersetzung mit der Geschichte Dreieichs und vor allem der Bedeutung von Freiheit provoziert.

 

Die künstlerische Ausführung

Die Nymphen sind lebensgroß, plastisch aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) geformt und mit einer goldfarbenen Oberfläche, die individuell durch die Künstlerin gestaltet wird, überzogen. Die drei bis 5 Nymphen schweben scheinbar über der Wasseroberfläche. Dazu werden Sie auf mehrere Europaletten gesetzt, welche durch Styropor zum Schwimmen gebracht werden. Die Paletten werden mit Stahlseilen im See verbunden. Die letzte Nymphe sitzt diebstahlgesichert am Ufer.

Nachts werden die Nymphen durch diffuses Licht aus Lichtquellen unter der Wasseroberfläche erleuchtet. Der Ring der Frastada wird durch einen Lichtkreis von etwa 4 m Durchmesser im See verdeutlicht.

 

technische Details

Alle Figuren sind von der Künstlerin signiert, datiert und nummeriert. Die Stadt Dreieich stellt die Örtlichkeiten im Rahmen der Veranstaltung „Kunst in der Burg“ zur Verfügung. 

Material: Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK), weiß

Gestaltung der Oberfläche: individuell durch die Künstlerin

Oberflächenbeständigkeit: Form- und wetterbeständig

Gewicht: 50-70 kg 

Befestigung: Metalllaschen zur Befestigung, in diesem Fall an den Sitzflächen, auf Europaletten schwimmend im See und  mit Stahlseilen verankert.

Lichtinstallation: gemeinsam mit dem technischen Einsatzleiter des Veranstalters

AUS DEM BAUCH HERAUS

In unserer Gesellschaft haben es die meisten Kinder recht gut, sie haben genug zu essen, beste medizinische Versorgung, genießen eine gute Ausbildung und wachsen sorgenfrei auf. Mit der Geburt meines zweiten Kindes hatte ich das Bedürfniss, im Rahmen meiner Möglichkeiten mich für solche Kinder einzusetzen, die es von Geburt an nicht so leicht haben, wie z.B. die Flüchtlingskinder aus Tibet, Heimkinder aus Sri Lanka oder auch die vom Erdbeben betroffenen Kinder aus Chile.

Die Idee

Da ich seit 1999 organisches Material in Kunstharz verewige, hatte ich die Idee, das letzte Verbindungsstück zwischen Mutter und Kind festzuhalten – jenes Stück Bauchnabel, dass nach der Geburt am Bauchnabel des Babys verbleibt und nach ein paar Tagen von alleine abfällt. Dieses „Relikt der Geburt“, quasie das letzte materielle Verbidnungsstück zwischen Mutter und Kind wollte ich festhalten. Aus dieser Idee heraus startet ich dann mein Kinderhilfsprojekt „Aus dem Bauch heraus – Ein Projekt von Kindern für Kinder“.

Die Vision

dass mit jedem Kind, das geboren wird, einem anderen Kind in der Welt geholfen wird. Das Projekt lebt von der Mithilfe von jungen Müttern, die ihren Bauchnabel eingießen lassen und Hebammmen, Freunde und Medien, die über das Projekt informieren.

Die Skulptur

Als Anker meines Projekts habe ich eine Skulptur in Form einer Halbkugel entworfen, die an den Bauch einer Schwangeren erinnert. Die Skulptur ist Träger und Heimat von über 450 Bauchnabel aus aller Welt. Die Skulptur ist transparent, die Bauchnabel werden von innen angestrahlt. Zur Skulptur gehört auch eine Klanginstallation, die Babygeräusche aus dem Bauch heraus simuliert.

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